Anmerkung:
Nach genau vier Wochen war unsere Radtour um den mittleren Teil der Hauptinsel Japans, Honshu beendet. Das Ende kam etwas abrupt. Es gab eine Taifun-Warnung, die wir natürlich in ihrer Dramatik nicht verstanden hatten, bzw. dessen Gefahr ich womöglich total unterschätzte. Anne hatte für so etwas feinere „Antennen“ und so erklärt sich ihre emotionale Reaktion. Aber solche Krisen und der Umgang damit, haben unsere Verbindung immer gestärkt. „Das erstbeste Auto nehmen“ ist eine etwas euphemistische Umschreibung des Trampens in Japan. Wir befanden uns an einer großen Straße, mit sehr viel Verkehr im Stop-and-Go. Da Japaner nur sehr schwer „Nein“ sagen können (das japanische Wort lautet „iie“, bedeutet aber eher „Nicht doch“) muss man eigentlich nur höflich fragen. Allerdings passen zwei Menschen und zwei Fahrräder nicht in jedes Auto. Aber es gab viele Pickups, also Lieferwagen mit freiem Verdeck und Fahrerkabine. Ein solcher wurde angefragt und los ging es. Die Kommunikation war aussichtslos, ein Gespräch einfach unmöglich. Zudem wurde im Radio eine wohl wichtige Partie Baseball übertragen, die offensichtlich so spannend war, dass sich ein Gespräch von selbst erübrigte. Der Zustand des „Stop-and-Go“ hielt bis Tokio an, zunächst vermutete ich einen Unfall oder eine Baustelle, aber es war einfach nur voll.
Das wir das Haus unserer Freunde sofort fanden war keine Selbstverständlichkeit, denn bis wir in Tokio ankamen war es bereits dunkel und Tokio ist riesig und sehr unübersichtlich. Ich erinnere mich noch an den Platz wo wir abgesetzt wurden, mit einer großen Tankstelle. Die anschließende Fahrt mit dem Rad kann maximal eine halbe Stunde gedauert haben.